Ein Safe Space ist ein Ort, an dem Menschen sich sicher und akzeptiert fühlen können, ohne Angst vor Diskriminierung, Ablehnung oder Belästigung. Es ist ein Umfeld, das darauf abzielt, Respekt, Unterstützung und Verständnis zu fördern, insbesondere für Personen, die aufgrund ihrer Identität, ihres Hintergrunds oder ihrer Lebenserfahrungen oft mit Vorurteilen oder Ungerechtigkeiten konfrontiert sind.
Nachdem wir uns letztes Jahr im Rahmen unseres Jahresschwerpunktes intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt haben, setzen wir unsere Learnings in einem Safe Space Konzept um, um dazu beizutragen, ein Klima der Offenheit, des Respekts und der Einfühlung zu schaffen. Bei uns sollen sich alle (außer Nazis und Sexisten natürlich) frei äußern und sein können, wer sie sind, ohne Angst vor Verurteilung oder Diskriminierung.
Falls dir in unseren Räumlichkeiten etwas unangenehmes passiert, du Opfer von sexualisierter Gewalt wirst oder dich wer belästigt, melde dich! Du kannst dich jederzeit an unser Barpersonal und unsere Securities wenden.
Das tun wir
- wir nehmen dein Anliegen ernst
- wir nehmen uns Zeit, um dir zu helfen und gehen mit dir an einen ruhigen Ort
- wir machen nur das, was du möchtest das wir tun ((Frauen)taxi rufen, Täter ablenken oder entfernen.)
- wir sind NICHT zur Anzeige verpflichtet und rufen auch nicht die Polizei, wenn du das nicht möchtest
Wichtig: wir sind weder Sozialarbeiter*innen, noch Psycholog*innen oder Ärzt*innen. Daher können wir nicht jede Art von Hilfe kompetent gewährleisten, aber wir sind zu Stelle, um die Hilfe in die Wege zu leiten, die benötigt wird.
Wir sind uns bewusst, dass die Hürden manchmal sehr groß sind, Vorfälle zu melden. Dennoch: Je mehr Vorfälle gemeldet werden, desto sicherer können Orte werden und desto mehr entsteht auch bei allen ein Bewusstsein darüber, dass Übergriffe absolut nicht in Ordnung sind.
So stellen wir sicher, dass das Konzept sich nicht nur schön liest, sondern auch gelebt wird
Wir können leider nicht gänzlich verhindern, dass etwas Blödes passiert, weil wir nicht in die Köpfe unserer Besucher*innen hineinschauen können. Wir alle sind nicht frei von Sexismen, aber wir können entscheiden wie wir damit umgehen oder wie wir diesen Themen begegnen. Deshalb:
- unser gesamtes Personal ist mit diesem Konzept vertraut und es herrscht ein Gesamtkonsens darüber
- wir halten regelmäßige Feedbackrunden und sind im Austuasch miteinander, um stets aufmerksam zu bleiben und uns weiterzuentwickeln
Gewaltschutzkonzept
Das MARK Salzburg betrachtet Schutz, Respekt und Sensibilität als essenzielle Elemente seiner Tätigkeit. Als Kulturinstitution mit einer Vielzahl an Veranstaltungs- und Begegnungsformaten trägt das MARK die Verantwortung für die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Wahrung der persönlichen Grenzen aller Besucher*innen, Künstler*innen und Mitarbeitenden. Dieser Schutz-und Jugend-Grundschutz fungiert als verbindlicher Leitfaden für den Umgang mit Nähe und Distanz, zur Prävention von Gewalt und Diskriminierung sowie für den verantwortungsvollen Umgang in Situationen, in denen Grenzen überschritten werden oder konkretes Handeln erforderlich ist.
Wir sind Teil von „Ist Luisa hier?“
Wenn du dir nicht sicher bist, wie du uns bei einem Vorfall am besten ansprechen sollst, kannst du dich mit der Frage „Ist Luisa hier?“ an uns wenden und erhältst schnell und diskret Hilfe.

Alle Informationen zur Kampagne findest du hier.
Allgemeine weiterführende Informationen
Sexualisierte Gewalt
Das Sexualstrafrecht versteht unter sexuellen Handlungen:
– intensive Berührung der Intimsphäre oberhalb der Kleidung (Intimbereich, Brüste, Gesäß, Oberschenkel)
– intensive Berührung der Intimsphäre unterhalb der Kleidung (Intimbereich, Brüste, Gesäß, Oberschenkel)
– Oralsex, Vaginalsex, Analsex, auch mit Gegenständen = Geschlechtsverkehr
– Intime Aufnahmen: Nackter Körper und/oder Genitalien
– Pornografische Aufnahmen: Zusätzlich irgendeine Handlung/Darstellungsform mit sexueller Komponente, die dazu dient den Betrachter sexuell zu erregen
(Quelle: Frauennotruf)
Sexuelle digitale Gewalt
Umfassende Informationen zu digitaler sexueller Gewalt und was Betroffene tun können, findet ihr auf der Seite vom Frauennotruf Salzburg.
Dickpicks
Leider ist in Österreich das Versenden von „Dickpics“ nicht gesetzlich geregelt und stellt keine gerichtlich strafbare sexuelle Belästigung dar. Ein rechtliches Vorgehen in Österreich ist aktuell nur möglich, wenn regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg Genitalfotos verschickt werden (beharrliche Verfolgung bzw. Stalking, § 107a StGB) oder bei unmündigen Opfern die Anbahnung von Sexualkontakten (§ 208a StGB) beabsichtigt ist. Das Versenden solcher Bilder gilt aber in Deutschland als „unerlaubtes Versenden pornografischer Schriften“ und kann eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe zur Folge haben. Auch, wenn wir in Österreich leider noch nicht so weit sind, möchten wir euch hier eine Seite nicht vorenthalten: Dickstinction.com
Dort bekommen Betroffene Tipps, wie man den Vorfall am besten dokumentiert (mit einem Screenshot, der neben dem „Dickpic“ auch Datum und Uhrzeit der Nachricht sowie den Namen des Absenders enthält). Im Anschluss wird man mit Fragen zum Vorfall durch die Erstellung der Anzeige geführt.
(Quellen: Distinction.com, Parlament Österreich, Der Standard)
Safe Space Video
In unserem Safe-Space-Video geht es darum, sichere Räume zu schaffen – Orte, an denen sich jede*r sicher und wohl fühlen kann. Es geht darum, Bewusstsein zu fördern, Angriffe und Diskriminierung zu bekämpfen und eine Umgebung zu gestalten, die für alle zugänglich und einladend ist.
Was bedeutet Safe Space, und wie können wir einen solchen Raum schaffen? Conny von HOSI, Carla von FS1, Bea von Akzente und das Team des Jugendzentrums Corner unterstützen uns dabei, diese Frage zu beantworten.
Unser Ziel ist es, das Thema Safe Space mehr ins Gespräch zu bringen – nicht nur darüber zu reden, sondern es auch aktiv zu erleben. Denn eines ist klar: Safe Spaces sind für alle wichtig.